eroeffnung-muek-haus-c-florafellner-8Das MÜK (Mühlviertel-Kreativ-Haus) ist eine „Greißlerei“ für Kunsthandwerk, Kunst & Kulinarik in der Samtgasse 4 in Freistadt. Das vom Verein Mühlviertel Kreativ ehrenamtlich geführte Haus bietet Ausstellungs- und Verkaufsflächen für rund 60 Kunsthandwerker, Künstler und Kulinariker sowie Werkstatt- und Veranstaltungsräume.

Das MÜK ist ganzjährig bei freiem Eintritt geöffnet von Mittwoch bis Samstag, von 10 bis 18 Uhr.

Ein Blick in die Historie des Hauses, Samtgasse 4 von Otto Ruhsam:

BAUGESCHICHTE

Das Haus Samtgasse 4 (früher Stadt Nr. 107) in Freistadt ist ein spätgotisches Gebäude aus der Zeit Ende 15., Anfang 16. Jahrhundert und steht seit 1971 unter Denkmalschutz.

Im 16. Jahrhundert und Anfang 17. Jahrhundert (Renaissancezeit) sind Adaptierungen nachweisbar.

Die zuckerlrosarote Fassade hat drei Fensterachsen und ist dreigeschoßig.
Die Hauptfront wird durch den spätgotischen Breiterker (gestützt auf leider weiß übermalte Kragsteine, überspannt von Segmentbögen) und durch weiß übermalte(!) spätgotische Fenstergewände geprägt. Durch das seitliche „Spion“-Fenster am Erker in Richtung Hauptplatz lässt sich wissensdurstig erspähen, was dort so vor sich geht.

Der Eingang befindet sich jetzt unter dem mittleren Rundbogen. Wie auf einem Foto von 1900 (siehe) ersichtlich, war bis mindestens zu diesem Zeitpunkt der Eingang noch rechts. Dieser rechte Rundbogen ist als ehemaliges, seitlich abgefasstes, spätgotisches Rundbogentor aus dem 16. Jahrhundert noch zu erkennen.

An den Seitenfluren im Erd- und im 1. Obergeschoß machen Kreuzrippen- und Kreuzgratgewölbe sowie Tonnengewölbe, teilweise mit Stichkappen, das Hausinnere sehr sehenswert;
Ein rechteckiges Steinportal im 1. Obergeschoß kann wirklich als Besonderheit angesehen werden. Die Sockelbasis weist auf die Spätgotik, die anschließend aufgesetzten Rundlaibungen deuten wohl auf die Renaissancezeit!? In Freistadt einmalig – meines Erachtens.

Ein zweischiffiger Keller mit Tonnengewölben über Segmentbögen auf gedrungenen quadratischen Pfeilern wartet immer noch, in die Freistädter Unterwelt aufgenommen zu werden. Die Aussichten sind ja jetzt gut.

BRAUNUTZEN

Ursprünglich 60 Eimer (1 Eimer = 56 Liter)
1973 wurden 45 Eimer auf das Haus mit Einlagezahl 96 übertragen (an wen?)
Daher jetzt nur mehr 15 Eimer Braunutzen!

BESITZNACHWEISE

Als erster Besitzer ist 1527 ein Steinmetz namens Jörg erwähnt.
Nach diesem war ein Tuchmacher namens Hans Tribauer der Besitzer.
1602 besaß das Haus Leopold Khamauf. Er war im Äußeren und Inneren Rat und war in den Jahren vor dem Bauernkrieg 1626 sogar Stadtrichter.
1657 kam der Parpierer Leonhardt Khner in den Besitz des Hauses.
1751 war Johann Anton Erhart auf dem Haus. Zuvor war er Weginspektor in Böhmen und in Freistadt bis 1785 Salzgegenhändler.
In weiterer Folge war der Turnergeselle Franz Rossmann Hausbesitzer, der früher Franzenmacher war.
Verschiedene Handwerker, darunter auch ein Schuster, benützten im 19. und 20. Jahrhundert das Objekt.
Bevor es bis zur jetzigen Nutzung leerstand, wurde es von „pro mente“ („Helfen statt ausgrenzen“) genutzt.
2011 Ankauf durch Werner Schmiedicke.
2016 wurde das Haus von Mühlviertel kreativ angemietet und jetzt kommt ein neuer Geist in die Samtgasse 4.