Posted by on Okt 20, 2017 in | Keine Kommentare

 „Zur Malerei treibt es mich, um Schönes zu erfassen und um Erlebtes zu verarbeiten“, beschreibt die lokale Berühmtheit und mehrfach prämierte Malerin Sieglinde Stadler ihre Motivation, zum Pinsel zu greifen. So manche Leinwand hat sie mit ihren kunstvollen Pinselstrichen schon zum Leben erweckt. Dabei beschränkt sich Sieglinde Stadler nicht auf bestimmte Motive oder Techniken. Sie beherrscht eine Vielzahl von Stilen und schöpft aus einer breiten Palette an Sujets. Ihre lebhaften Bilder erfreuen nicht nur das Auge, sondern auch das Herz.

„Ich habe schon fast alle Techniken ausprobiert, die es gibt. Ölmalerei mache ich nicht so oft, Pastell mag ich dagegen sehr gerne. Für mich ist es eine Strafe, wenn ich immer wieder im gleichen Stil Bilder angehen muss, da ich mich schnell langweile. Ich bin halt ein Springinkerl“, scherzt Stadler. Dennoch kehrt sie immer wieder zu ihrer Königsdisziplin, dem Aquarell, zurück. Wenn sie dabei Menschen oder Tiere malt, hat man das Gefühl, sie könnten jeden Moment aus dem Bild spazieren, so realitätsgetreu bringt sie deren Bewegungen zu Papier.

Mischtechniken sind ebenfalls eine Spezialität der Mühlviertler Künstlerin. „Oft fange ich mit dem Vorsatz an, beispielsweise ein Aquarell zu machen und am Ende wird daraus dann doch ein Pastell oder ich übermale Stellen mit Acryl. Gewisse Passagen lasse ich aber stehen, weil sich die andere Technik nicht zu ihrer Darstellung eignet“, beschreibt Stadler den Werdegang dieser Kunstwerke in Mischtechnik.

Sieglinde Stadler ist aber nicht nur kreativ, sondern auch umweltbewusst. „Wenn mir ein Bild misslingt, werfe ich es nicht weg, sondern drehe das Blatt um. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Bild dann am Ende doppelt gerahmt werden muss, wenn den Leuten dann doch beide Bilder gefallen“, freut sich die Malerin.

Viele Jahre in Freistadt

Zu Freistadt hat Sieglinde Stadler einen besonderen Bezug. „Freistadt ist eine alte Liebe von mir. Ich bin im Wickelpolster nach Freistadt gekommen. Mein Vater musste in den Krieg ziehen, meine Mutter ist daraufhin mit mir zu meiner Oma nach Freistadt gezogen. Bis zur ersten Klasse habe ich dann in Freistadt gelebt und hier auch den Krieg miterlebt. Ich kann mich daran erinnern, wie Gefangene an unserem Haus vorbeimarschiert sind und an Bombenabwürfe, aber auch daran, wie ich mit den Kindern aus der ‚Böhmervorstadt‘, der heutigen Schmidgasse, herumgetollt bin und wie behütet und geliebt ich mich von der Oma gefühlt habe. Wir hatten eine kleine Landwirtschaft und viele Tiere. Ich habe schöne Erinnerungen an Freistadt“, so Stadler.

Ihre weitere Kindheit verbrachte Sieglinde Stadler in Linz. Nach ihrem Schulabschluss und einer Lehre lernte sie ihren Mann kernen, der sie dazu anhielt, noch weiterführende Ausbildungen zu absolvieren. So machte sie die Abendschule, die SekretärInnenschulung in der Handelskammer und lernte Englisch. Anschließend arbeitete sie bei Siemens, bis sie nach einigen Jahren in die Gebietskrankenkasse wechselte.

„Zur Malerei kam ich erst später. Ich war zwar schon in der Schule gut in Zeichnen, die Malerei ist mit der Liebe und Heirat aber dann zunächst einmal in den Hintergrund getreten, allerdings nicht lange. Ich habe damit begonnen, unsere Möbel zu bemalen, bin also mit der Bauernmalerei eingestiegen. Das war mir dann irgendwann zu wenig und ich habe beschlossen, die Kunsthochschule in Linz zu besuchen, wo ich dann acht Jahre lang gelernt habe“, erzählt Stadler.

Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern wohnte Sieglinde Stadler viele Jahre in Weitersfelden, bis sie dann wieder nach Freistadt kam, wo Sie ein Atelier in der Pfarrgasse eröffnete.

Kontakt: sieglinde.stadler@gmail.com

Biographie:

  • Ausbildung Kunsthochschule Linz und Privat.
  • Ausstellungen: Einzelausstellungen und Beteiligungen in Österreich und im Ausland – Frankreich, Belgien, Ukraine
  • Auszeichnungen: 1989 Bronzemedaille, Academie Europeènne des Arts, Paris 1992 Landespreis für Verdienste um die oö. Jugend 1994 Silbermedaille Grand prix interna. A.E.A, Belgien 1994 Goldmedaille internat Ausst., Stift Reichersberg 1997 Goldmedaille, Sonderausst. Europäischer Kunstkreis Wien 1998 Silber, Int.Ausstellung Stadtmuseum Braunau, Sonderausstellung Graz, Bronze.
  • Öffentliche Ankäufe: OÖ Landesregierung, Sozialversicherung f.Arb.u. Ang., Museum Braunau.