Posted by on Mai 15, 2018 in Verein | Keine Kommentare

Alten Handwerkstechniken ist die Seminarreihe „Kreativ Werk Tage“ gewidmet. Diese wird vom Verein Mühlviertel Kreativ heuer zum vierten Mal im Bildungs- und Veranstaltungszentrum Schloss Weinberg in Kefermarkt abgehalten. Am 9. und 10. November stehen sechs verschiedene Werkstatt-Seminare zur Auswahl: Weidenkorb-Flechten, Sitzfell-Filzen, Wadl-Stutzen-Stricken, Drahtkorb-Binden, Kerb-Schnitzen und Bauernmalerei. Anmeldungen werden von Schloss Weinberg unter der E-Mailadresse schloss-weinberg.post@ooe.gv.at entgegengenommen, oder per Telefon: 07947/6545. Die Veranstaltungsreihe wird von der Leader-Region Mühlviertler Kernland gefördert.

Der Verein Mühlviertel Kreativ betreibt in der mittelalterlichen Altstadt von Freistadt ein Kunst- und Handwerkshaus, in dem einzigartige Erzeugnisse aus kleinen Mühlviertler Kunsthandwerks- und Kunstwerkstätten erhältlich sind. Junges Design mischt sich mit traditionellem Kunsthandwerk – gemeinsam ist allen ausgestellten Werken der hohe Qualitätsanspruch. „Daher ist es uns so wichtig, das Können und Wissen, das in alten Handwerkstechniken steckt, zu erhalten und weiterzugeben“, beschreibt Mühlviertel-Kreativ-Obfrau Christa Oberfichtner die initiale Idee für das Projekt Kreativ Werk Tage. „Nur wer das Handwerk beherrscht, kann daraus kreative neue Umsetzungen schöpfen“.

Als Partner für die Seminarreihe Kreativ Werk Tage konnte das Bildungs- und Veranstaltungszentrum Schloss Weinberg gewonnen werden, in dem jährlich zu Weihnachten und zu Ostern qualitätsvolle Handwerksmärkte abgehalten werden. „Mit der Seminarreihe fördern wir den Erhalt und die Weiterentwicklung alter Handwerkstechniken und bauen auch den notwendigen Nachwuchs für unsere Märkte auf“, erklärt Markus Ladendorfer, Geschäftsführer von Schloss Weinberg.

Sechs unterschiedliche Angebote

Erstmals finden die Kreativ Werk Tage 2018 nicht im Sommer, sondern erst am 9. und 10 November statt. Damit nimmt man Rücksicht auf Kursteilnehmer und Trainer aus der bäuerlichen Bevölkerung, die im Sommer mit Erntearbeiten beschäftigt sind.

Sechs ganz verschiedene Kurse werden gleichzeitig an diesen beiden Tagen durchgeführt. Durch die parallele Abwicklung und ein begleitendes Rahmenprogramm soll das Gemeinschaftserlebnis der Teilnehmer/innen gestärkt und der Austausch mit den Trainern anderer Kurse gefördert werden.

Nachfolgende Trainer / Kurse stehen zur Auswahl:

  • Weidenkörbchen flechten

Elisabeth Lengauer aus Baumgartenberg lehrt das Flechten eines traditionellen Weidenkorbes aus heimischen Weiden. Das Handwerk beginnt bereits beim Sammeln und Einweichen der Weiden, danach ist Fingerfertigkeit für das Flechtwerk des Korbbodens gefragt.

  • Bauernmöbelmalerei

Das Bemalen von Möbeln mit Ornamenten und Blumen ist eine Tradition der Landsleute aus dem 18. Jahrhundert. Im Mühlviertel hatte die Hirschbacher Bauernmöbelmalerei große Bedeutung. Albert Traxler aus Windhaag hat dieses Handwerk von seinem Vater übernommen und wird dieses Wissen an die Kursteilnehmer/innen weitergeben. Erlernt wird das Malen des Hirschbacher Bandlmusters.

  • Sitzfell aus Rohwolle filzen

Die gefilzte, langhaarige Sitzunterlage wird durch eine spezielle Verarbeitungstechnik von Petra Riedl-Mandak aus Bad Zell hergestellt. Bei der Reinigung und Vorbereitung der geringelten, rohen Wolle des Zackelschafes, einer seltenen Schafrasse, kann man ganz in diesen ursprünglichen Arbeitsprozess versinken.

  • Wadl-Stutzen stricken

Wadl-Stutzen mit besonderen Zopfmustern zur Lederhose sind wieder modern. Traditionell hatte der Mann seine aufwändig gestrickten Wadlwärmer ein Leben lang, die weniger aufwändigen Füßlinge wurden nach Bedarf erneuert. Sandra Klein aus Neumarkt hat diese Strickkunst für sich entdeckt und gibt sie im Seminar weiter.

  • Drahtkörbe binden

Drahtkörbe waren früher bei der Obst- und Kartoffelernte auf jedem Hof im Einsatz. Josef Hillingrather aus Steinerkirchen zeigt, wie ein Drahtkorb aus einzelnen Drahtsträngen gebunden wird. Eine einfache Technik, die viel Genauigkeit und ein paar Tricks verlangt.

  • Kerb schnitzen

Die Tramdecken alter Stuben sind mit bedeutungsvollen geschnitzten Ornamenten und Inschriften verziert. Die Rosette der Lebensblume zeigt sich in vielfältigen Variationen. Die Grundlagen des Kerbschnitzens dieser traditionellen Rosetten u. Bandmustern übt Johannes Hahn aus Harmannstein mit den Teilnehmer/innen am Musterbrett. Ein geschnitzter Weihnachtsstern wird ein erstes Werkstück sein.

18 Handwerke vorgestellt

Insgesamt wurden nach einem Pilotprojekt 2015 in dem auf drei Jahre ausgelegten Leader-Projekt „Kreativ Werk Tage“ 18 verschiedene Handwerkstechniken zum Kennenlernen angeboten und durch ausführliche Seminarunterlagen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen dokumentiert.

An eine Fortsetzung und Ausweitung der Seminarreihe ist gedacht. Die Kreativ-Werk-Tage 2019 werden im Schloss Zell an der Pram am 5. und 6. April 2019 und im Schloss Weinberg am 15. und 16. November 2019 stattfinden.