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Mit viel Applaus wurde die MÜK-Werkschau „Heimat.Gestern-Heute-Morgen“ im Rahmen der Kunstwoche VIVID FREISTADT transnational in der Messehalle in Freistadt eröffnet. Die Kuratorinnen Carin Fürst und Evita Baumgartner führten in das Thema ein und stellten die teilnehmenden Kunsthandwerker/innen vor: Elisabeth Lengauer (Wilde Weide), Karl Rabeder (Rostkunst), Christian Prückl (Findling Skulpturen), Alexander Schneider (Fotografie), Maria Wagner (Blaudruck), Karin Geishofer (Modehandwerk Hani & Frida), Evita Baumgartner (Textildesign), Zeugfärberei (Experimentalwerkstatt für Färben & Drucken).

Überraschungsgast des Abends war die Bäuerin Inge mit ihrem blauen Strickschwein Loisi – eine Kunstfigur der Wartberger Malerin und Darstellerin Andrea Haneder, die sich mit humorvoller Neugierde  ins Eröffnungsprogramm einbrachte.

Kultur-Stadtrat Klaus Fürst-Elmecker und Veranstalterin Susanna Bihari eröffneten die Ausstellung.

Die Werke der Mühlviertler Kreativen sind noch am 6. und 7. August jeweils von 18 bis 20 Uhr zu sehen. Das weitere Programm der Vivid-Kunstwoche ist unter www.theaterzeit.at zu erfahren.

 

Im Folgenden die Eröffnungsrede (verfasst von Evita Baumgartner):

Heimat  gestern – heute – morgen    ist das Thema dieser Kunstwoche

Im Laufe der Geschichte werden Begriffe Heimat oder Identität immer wieder neu interpretiert und verstanden.

 „ Heimat ist da, wo ich mich zugehörig fühle“

„Heimat“ kann nicht nur eine Region oder ein Ort sein. Heimat kann auch eine Gruppe sein,  zu man sich zugehörig fühlt.

Wir  wollen daher das MÜK  als künstlerische Heimat seiner Mitglieder verstanden wissen. In dieser Gemeinschaft werden sie ohne Einschränkungen aufgenommen und können sich mit ihren Ideen und ihren Werken verwirklichen. Hier fühlen sich angenommen, hier gehören sie dazu, hier sind sie „daheim“.  

Die einzelnen Mitglieder fühlen sich in unterschiedlichen Kunstformen und in ihrer speziellen Arbeitsweise daheim. Diese Unterschiedlichkeit und Vielfalt inspiriert uns und im Miteinander erweitern wir gegenseitig unsere Kreativität

Eine andere Facette unserer Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat ist das Bekenntnis des MÜK zur Regionalität. Nachhaltigkeit und lokales Handeln sind zentrale Elemente der Arbeit im MÜK. Was im MÜK angeboten wird, ist in Handarbeit gefertigt, als Einzelstücke und in kleinen Serien und kommt aus der Region.

Die Mitglieder des MÜK haben ihre Wurzeln im Mühlviertel.

Das Mühlviertel, seine Landschaft und seine Kultur haben daher auch Einfluss auf ihre Arbeit und inspirieren sie auf unterschiedliche Weise. Sie erhalten die Tradition lebendig, indem sie sie mit neuen Ideen inspirieren, sie weiterentwickeln und neu interpretieren.

Das wollen wir hier in dieser Werkschau sichtbar machen 

Der Granit ist das Fundament des Mühlviertels – der Stein, auf dem das Mühlviertel „steht“.

Wir sehen daher hier Skulpturen aus Granit und Fotos von der Landschaft des Mühlviertel mit dem Granit als zentrales Motiv.

Den Kontrast dazu bildet die Leichtigkeit und Biegsamkeit der Weide, Weidengeflechte, die hier zu als hängendes Objekt über uns schweben.

Das Leinen ist derzeit auch Thema einer Ausstellung in der MÜK – Galerie. 

Der Blaudruck als traditionelles Kulturgut und Weltkulturerbe des Mühlviertels und das Blau färben werden hier mit experimentellen Ideen und neuen Einflüssen vernetzt, wie zum Beispiel Shibori. So wird auch die Verbindung von Tradition und neuen Ideen sichtbar.

Die Weiterentwicklung und Neuinterpretation im gestern-heute-morgen zeigen Rostskulpturen. Gebrauchsgegenstände/ Dinge aus der Vergangenheit des Alltags werden zu Skulpturen und bekommen so eine neue Funktion und andere Bedeutung.