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Finden und gestalten – das ist Otto Ruhsams Antrieb und Aufgabe. „Schrittmengen“ nennt er das Fundgut, das er beim Gehen sammelt und in seine künstlerischen Installationen verarbeitet. Seit 29. April sind diese im MÜK in Freistadt zu sehen.

Der Neumarkter Otto Ruhsam betreibt Feldbegehung als eine Form der künstlerischen Archäologie.  In seinem unmittelbaren Lebensraum stößt er auf viele Fährten: Spuren von Alltagskultur unterschiedlichster Epochen. Auf der Oberfläche von Feldern findet Ruhsam Kulturschutt wie Tonscherben, Rostiges, etc. Gegenstände, deren beste Zeit vorbei ist, deren ursprünglichem Zweck sie nicht mehr dienlich sind, sind Ziel und Thema seiner akribischen Recherche und werden gesammelt.

Den Feldbegehungen liegt sowohl historisches als auch künstlerisches Interesse zugrunde. Fragmentarisches, Verbrauchtes, aus der Zeit Gefallenes erlangt Ästhetik in der Kunst und lässt anonyme, oft banale Geschichten erahnen.

Ruhsam:  Die Scherben erzählen Geschichten von einst, das Material ist aber entkoppelt von seiner ehemaligen Funktion – ich gebe ihm ein (neues) Eigenleben zurück. Ehemaliges wird Kunstgut.“

Otto Ruhsams „Schrittmengen“ sind von 29. April bis 27. Juni in der Galerie im MÜK in Freistadt zu sehen. Die Finissage ist für 27. Juni ab 18 Uhr geplant – aufgrund der aktuellen Coronaregelung wird um Anmeldung gebeten: otto.ruhsam@aon.at

Zum Künstler:

Otto Ruhsam ist Archäologiekünstler. Bis 1990 war er Linzer Stadtbibliograf. Er lebt in Neumarkt im Mühlkreis und bezeichnet sich selbst als einen „seit Jahrzenten konsequent Suchenden“.