Der Sage nach . . .

Die Linzerin Erika Kaftan hat 1991 im Landesverlag das Buch „Wanderungen in der Sagenwelt des Mühlviertels“ veröffentlicht. Darin ist die Sage über den „Steinreichtum“ des Mühlviertels enthalten. Dass demnach ein Engel und der Teufel die Hauptrollen spielten bei der Entstehungsgeschichte des Mühlviertels entspricht ganz dem Charakter dieses Landstriches. Das Sanfte und das Schroffe, das Verschwenderische und das Geizige, das Sonnige und das Finstere – stets sind beide Seiten zu spüren und zu sehen.

„Der Sage nach ist die Landschaft durch den Teufel entstanden. Denn als unser Herrgott nach dem Bau des Weltalls seinen Bauplatz nach nicht verwendeten Steinen absuchen ließ, gab er einem Engel den Auftrag, sie zu sammeln und ins Meer zu versenken. Diesem Engel aber ist der Teufel nachgeschlichen und hat den Sack, in dem die vielen Steine in den Ozean transportiert werden sollten, aufgeschnitten: Gerade an der Stelle, wo das Mühlviertel liegt. Und seither sind hier so viele und große Steine zu finden.“

Land an der Grenze

So weit die Sage, nun noch ein paar Fakten: Als Mühlviertel wird jener österreichische  Landstrich nördlich der Donau bezeichnet, der im westen an Deutschland und im Norden an Tschechien grenzt. Im Osten schließt das niederösterreichische Waldviertel an. Seinen Namen leitet das Mühlviertel vom Mühl-Fluss ab. Seine eigenwillige, herbe Schönheit verdankt es den extremen klimatischen Verhältnissen und seiner geologischen Struktur. Das mittelhohe Plateau ist der Rest eines abgetragenen, alten Rumpfgebirges und ein Teil der „Böhmischen Masse“.

Buchtipp: Erika Kaftan, Wanderungen in der Sagenwelt des Mühlviertels / Landesverlag 1991, ISBN 3-85214-560-0

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Infos über das Mühlviertel auf Wikipedia.

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