Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Ausstellung: Inspiration Papier

31. März @ 10:00 - 29. Mai @ 18:00

Eintritt frei
Ausstellung Papierart im MÜK

Und zwei mal zwei ist nicht mehr vier, ich schwöre dir es ist Papier!“

(Gerhard Hauptmann)

Harald und Michaela Metzler sind zwei leidenschaftliche Papierkünstler und -kunsthandwerker und betreiben gemeinsam das Papier-Atelier PAPIER-art ART-papier in Mattsee.

Michaela verbindet mit Blüten- und Kräuterkompositionen das Produkt „Papier“ mit seinem Ursprung – mit der Natur.

Ergänzend dazu bringt die „Licht-Papier-Kunst“ von Harald das Thema „handgeschöpftes Papier“ direkt in das 21-ste Jahrhundert. Außerdem erschafft er filigrane Gebilde in akribischer Feinarbeit, die ins rechte Licht gesetzt, den Betrachter verzaubern.

PapierArt im MÜK

Altes Handwerk: Papierschöpfen

Eine Hochzeit – festlich gekleidete Menschen, Rosen überall, und auf dem Tisch Tischkarten mit Rosenblütenblättern im Papier. Insider wissen: Hier war Michaela Metzler am Werk.

In ihrer kleinen Manufaktur in Mattsee fertigt Michaela  nach althergebrachten Methoden ihre Papiere. Eine alte Papiermühle, ein sogenannter Holländer, ermöglicht es ihr, jede geeignete Pflanze zu einem Zellstoffbrei zu verarbeiten und diesen Brei in handgeschöpftes Büttenpapier zu verwandeln. Die Handwerkerin erklärt lächelnd: „Meine Papiermühle arbeitet noch analog, da muss man noch nach Gehör und Erfahrung arbeiten und kann sich nicht auf eine digitale Anzeige verlassen!“

An ihrer Seite steht Partner Harald Metzler, Papierkünstler und Tischlermeister, zuständig für Produktdesign und Spezialanfertigungen.

Michaela Metzler verwendet nicht nur verschiedene Holzzellstoffe als Grundmaterial, sondern auch verschiedene Pflanzen aus ihrem Umfeld. „Aus allen Pflanzen, die mir interessant erscheinen, mache ich Papier“, erklärt sie. Was im ersten Moment etwas eigenartig erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Liebeserklärung an die Natur, die die Papierschöpferin umgibt. Denn etwas Kreativeres, als von ihr zu Papier verarbeitet zu werden, könnte den Gräsern, Maispflanzen und Brennesseln im Grunde nicht passieren.

Wer den liebevoll gestalteten Schauraum ihres alten Hauses besucht, kommt aus dem ehrfürchtigen Staunen nicht heraus. Handgeschöpfte Unikate und verschiedene, in spezieller Schneidetechnik handgefertigte Objekte lassen deutlich beider Begeisterung für das Material Papier und die Möglichkeiten spüren, die es bietet. Neben dem Schauraum befindet sich die „Trockenwerkstatt“ in dem die saisonal geschöpften Papiere lagern. Hier entwirft und gestaltet Harald Metzler unterschiedliche Papierkunstwerke und verarbeitet das von Michaela Metzler handgeschöpfte Büttenpapier.

Poetische Texte auf Papier

Dabei fing alles ganz harmlos an: Michaela suchte für ihre poetischen Texte passendes Papier. Und bald war klar: Was sie suchte, gab es nicht. Also lernte sie das Papiermachen und hält nun als eine der letzten Papierschöpferinnen Österreichs ein uraltes Handwerk am Leben, das, so sind sich Michaela und Harald Metzler sicher, auch im 21. Jahrhundert seinen berechtigten Platz hat.

Für die Papierherstellung werden Pflanzen in Wasser zerkleinert und auf die reinen Zellulosefasern reduziert. Dieser Faserbrei schwimmt in einer Bütte, aus der mit einem Schöpfrahmen eine Portion nach der anderen herausgeschöpft wird. Vorsichtiges Schütteln sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Fasern auf dem Gitter, durch das das Wasser abläuft. Das Papier wird noch feucht vom Sieb auf ein wassergetränktes Stück Filz abgegautsch, gepresst und getrocknet. Die Trocknung erfolgt entweder in zweckentfremdeten Bügelpressen oder an der Luft. In der kleinen Papierwerkstatt wirkt alles sachlich und funktional. In schlichten Holzregalen sind unterschiedliche Schöpfsiebe gestapelt, Filze, Bretter, verschiedene Bügelpressen und  geheimnisvolle Schachteln und Dosen, in denen verschiedene Naturfundstücke aufbewahrt werden.

Papier aus der Natur

Natürlich hat jede Zeit, jeder Papiermacher seine eigenen Techniken. Michaelas besondere Spezialität besteht darin, dass sie Blüten und andere Naturmaterialien in das Papier einarbeitet. Je nach Jahreszeit bekommt das Papier ein besonderes, einmaliges Gesicht, abhängig von dem, was die Pflanzenwelt gerade zu bieten hat. Da kann schon mal eine Blüte wegen zu viel Hitze oder Regen ausfallen. „Das macht meine Papier so einzigartig, stellt aber bei Aufträgen auch eine besondere Herausforderung dar“, sagt sie lachend.

Ökologie ist auch sonst wichtig: Ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck ist ihr Ziel, die eigene Papiermühle hält Transportwege kurz. So wächst im Garten vieles, das nicht nur hübsch anzuschauen ist, sondern auch für die Papiere verwendet wird. Was nicht im eigenen Garten wächst, wird auch zugekauft. Bäume wie Fichte und Kiefer kann Michaela in ihrer Werkstatt nicht aufbereiten und so erhält sie den Holzzellstoff den sie verwendet als Halbfertigware von der Industrie.

Was geschieht mit den Büttenpapieren von Michaela Metzler? Lampenschirme nach Maß, Papierbilder mit Naturmaterialien, spannende Lichtobjekte, Papiere für besondere Anlässe, Karten für Hochzeiten und Jubiläen – all das entsteht in ihrem Atelier.

Für Lampenschirme und Bilder verwendet sie eine Technik, wie sie bereits seit fast 2.000 Jahren in der Heimat des geschöpften Papiers, in Nepal und dem fernen Osten verwendet wird. Dabei wird sehr langfasriger Zellstoff benötigt – bevorzugt Rindenbast vom Papiermaulbeerbaum oder Manilahanf, eine Faserbanane. Diese Pflanzen wachsen leider nicht in unseren Breiten, sondern in wärmeren Gebieten wie Japan oder Thailand. Jedes Blatt muss bei dieser Technik im Sieb an der Sonne trocknen; daher kann die Papierschöpferin sie auch nur in den warmen Monaten des Jahres fertigen.

Vieles ist möglich, und das in Abstimmung mit den Vorstellungen des Kunden: Für den Bierbrauer werden Hopfenblüten eingeschöpft, der Rosenliebhaber erhält sein Rosenblütenpapier, der Karottenzüchter auf Wunsch auch Papier mit violetten Karottenscheiben. Dieses sogenannte Pseudopapier, welches die Handwerkerin aus verschiedenen Obst- und Gemüseraritäten fertigt, wird nach der Technik, wie sie auch die alten Ägypter für ihr Papyrus verwendeten haben, hergestellt. „Unsere Papierarbeiten zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus, jedes handgeschöpfte Blatt Papier ist ein Unikat, und so ist auch jede Karte, jedes Windlicht und jede Lampe ein Unikat.“

In Kursen Wissen weitergeben

Für die Zukunft wünscht sich die Papiermacherin, dass das Wissen über dieses alte Handwerk besser bewahrt würde. „Viel geht durch die Technik verloren, man wird später noch einmal froh sein, wenn es Menschen gibt, die über dieses Handwerk noch etwas wissen und ihm seinen Platz in der Zukunft bewahren!“

Wer es genauer wissen und auch einmal sein eigenes Papier schöpfen möchte, dem bietet Michaela die Möglichkeit, in Kursen mehr über die Papierherstellung nach alten Methoden zu erfahren. „Man bekommt eine ganz andere Sicht auf dieses Handwerk, wenn man einmal vier Stunden für ein paar Blätter Papier gearbeitet hat“, ist sie überzeugt.

Termine für Papierschöpfkurse können  individuell für 4 bis maximal 8 Personen gebucht werden. Es gibt auch Gruppenangebote für Kleingruppen ab 10 bis maximal 25 Personen.

Das Atelier von PAPIER-art ART-papier hat Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr oder auf telefonische Anfrage geöffnet.

 Adresse: PAPIER-art ART-papier, Michaela und Harald Metzler

Passauer Straße 13, 5163 Mattsee

mob.: 0676/4401811 oder 0676/4863872

e-mail: office@papierart.at

i-net: www.papierart.at

 

 

 

Details

Beginn:
31. März @ 10:00
Ende:
29. Mai @ 18:00
Eintritt:
Eintritt frei
Veranstaltungkategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,

Veranstalter

PapierArt
Website:
https://www.papierart.at/

Veranstaltungsort

MÜK Freistadt
Samtgasse 4
Freistadt, Mühlviertel 4240 Österreich
+ Google Karte
Telefon:
0794221407
Website:
www.mük.at

Anmeldung