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Martin Freunberger ist Holzkünstler und, wie er selbst sagt, Geburtshelfer der etwas anderen Art: „Ich sehe mich quasi als Geburtshelfer des Besonderen der Natur. Ich möchte es befreien aus seiner Hülle, ihm die Form geben, die es wirklich hat. Denn es ist alles schon da. Es will und muss nur noch ans Licht“, beschreibt der Künstler seine Arbeit.

Neben seinem Beruf als Techniker in der Produktentwicklung eines großen Konzerns hat Martin Freunberger immer schon gerne mit Naturmaterialien, insbesondere Holz, aber auch Stein, gearbeitet. Er ist Autodidakt in der Bildhauerei, der Drechslerei und der Schnitzerei. Doch was einst als Hobby begann, kristallisiert sich immer mehr zur künstlerischen Berufung heraus.

„Ich sehe mich als Getriebener. Wenn’s mich packt, dann kann ich nicht anders, muss frei legen und gestalten. Wenn ich ein Stück Holz, einen Stamm, einen Baum das erste Mal sehe, etwa beim Spazierengehen, kommt mir oft schon eine Idee, sehe ich schon, was noch im Verborgenen schlummert. Schrott und Altholz haben etwas Sakrales. Das Material, wie Bäume, Stein, Schrott und Fundstücke, bekommt durch mich ein zweites Leben. Das gefällt mir“, schwärmt der Holzkünstler.

Auch im beruflichen Werdegang von Martin Freunberger spiegelt sich dessen Umtriebigkeit wider. So begann der 1970 geborene Künstler zunächst eine Lehre als Tischler, machte später einen Ausflug in die Pädagogik und war Pastoralassistent, bis er schließlich als CAD-Techniker bei einer Fensterfirma landete. CAD bedeutet computer aided design, zu deutsch „rechnerunterstütztes Konstruieren“, und bezeichnet die Unterstützung von konstruktiven Aufgaben mittels EDV zur Herstellung eines Produkts.

„In der Kunst bin ich eigentlich noch ein Neuling. Früher habe ich hauptsächlich für mich selbst gestaltet. Erst vor zwei Jahren habe ich meine Werke zum ersten Mal in einer Ausstellung im Centrum in St. Martin präsentiert“, erklärt Freunberger. Seither hat ihn die Kunst nicht mehr losgelassen. Einer bestimmten Schule fühlt er sich aber nicht zugehörig. „Durch die Schule oder eine bestimmte Ideologie ist man eingeschränkt. Diese Einschränkung akzeptiere ich aber nicht mehr. Deshalb fühle ich mich als Autodidakt sehr wohl. Ich kann machen was ich will. Ganz egal mit welchen Materialien und Techniken“, sagt der Künstler.

Historisches Material wiederzubeleben ist ein zentraler Gedanke im Werk von Martin Freunberger. Oft lässt er dabei bewusst Teile des verwendeten Materials im unbearbeiteten Zustand, einerseits damit man etwas zum Anfassen und Fühlen hat, andererseits auch, um auf die Geschichte und die Vergänglichkeit der Dinge hinzuweisen.

„Unsere Gesellschaft ist konsumorientiert und sie schafft schnelllebige, vergängliche Dinge. Alles ist dazu verdammt, vergessen zu werden. Wenn Dinge kaputt gehen, ist ihre Zeit zu Ende. Doch sie sind immer noch da. Alles verändert sich, verschwindet wieder. Ich bin ein Teil dieser Entwicklung. Ich werde verschwinden, meine Objekte werden verschwinden. Gut so“, führt der Künstler aus.

Martin Freunberger lebt seit 1991 in Oberösterreich und hat seinen Lebensmittelpunkt in Ottensheim an der Donau gefunden. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder, die ihn bestärken und ermutigen. Seine Inspiration findet er neben dem Holz selbst auch in seinem Umfeld und in seiner großen Familie. Der Wald und sein Garten sind ihm Rückzugsort und Kraftquelle zugleich.

Kontakt:

Web: fm-holzkunst.jimdofree.com

E-Mail: martin.freunberger@gmx.at

Tel.: 0699 115 431 33