Posted by on Dez 18, 2018 in | Keine Kommentare

Temporäre Tattoos mit Jaguagel, einer Pflanzenfarbe aus Lateinamerika, sind die Passion von Melanie Zach. Unter dem Label Mehenna verziert sie die Haut ihrer KundInnen mit schmückenden Motiven, inspiriert durch die indische, arabische und marokkanische Hennakunst. Neben der Haut ihrer KundInnen bemalt die Künstlerin auch Holz und Textilien und schafft damit handgemachte Unikate im Stil der Hennakunst.

Das erste Mal kam Melanie Zach vor elf Jahren bei einem Volontariat in einem Waisenhaus in Indien mit der Hennakunst in Kontakt. Dort malte ihr eine Haushälterin ihr erstes Hennatattoo. Begeistert von dieser Art der Kunst wurde sie selbst aktiv. Die Hennakunst hat sie seither nicht mehr losgelassen. „Ich habe meine Kunst immer als Ausgleich gesehen und es war für mich ein Ort des Rückzugs und der Meditation, wenn ich einfach so vor mich hin gekritzelt habe“, erklärt Melanie Zach.

Eigentlich hatte sie nicht vor, sich mit ihrer Kunst den Lebensunterhalt zu verdienen – bis sie im April 2017 in einem kleinen Hippydorf in Matala im Süden Kretas Urlaub machte. „In Matala wurde ich von unterschiedlichen Leuten auf meine Hautbemalung angesprochen und die Begeisterung für meine Kunst war groß. Im Endeffekt war ich nach wenigen Tagen im ganzen Dorf bekannt und habe für Einheimische sowie Touristinnen und Touristen Tattoos gegen Essen du Getränke gemalt. Ich habe gespürt wie die Lebensgeister in mich einfuhren, als ich endlich das machen konnte, was mir Spaß macht und auch Wertschätzung, Anerkennung und Bewunderung für meine Leidenschaft erntete“, so die Künstlerin.

Ein Monat später kündigte Melanie Zach ihren Job als Kellnerin in Österreich und fuhr mit ihrem vollgepackten Auto nach Kreta, um dort fünf Monate lang gegen freiwillige Spenden temporäre Tattoos mit Henna und erstmals auch mit Jaguagel, einer Pflanzenfarbe, die ihr eine deutsche Künstlerin im Urlaub vorgestellt hatte, zu malen. „Jagua stammt aus den Amazonaswäldern Lateinamerikas und wird aus dem Saft der Frucht Genipa americana gewonnen. Der Unterschied zu Henna liegt in der Pflanze und dem Farbergebnis: Jaguatattoos färben die Haut bläulich-schwarz und nicht wie Henna rötlich-braun. Das Ergebnis hält zwischen einer und drei Wochen“, erklärt sie.

Inspiriert von ihrer Erfahrung in Griechenland beschloss Melanie Zach nach ihrer Rückkehr, ein eigenes Gewerbe für ihre künstlerischen Hautverzierungen in Österreich anzumelden. Der Name ihres Labels setzt sich aus den beiden Anfangsbuchstaben ihres Vornamens Melanie und der Bezeichnung der indischen Pflanzenfarbe Henna zusammen: Mehenna. Das Projekt ist so erfolgreich angelaufen, dass Melanie Zach guter Hoffnung ist, bald auch ohne ihren Nebenjob auf einer Jausenstation am Hansberg auszukommen – damit sie sich endlich voll und ganz ihrer Berufung widmen kann.

Um ihre Kunstwerke künftig auch unter die Haut gehen zu lassen, macht Melanie Zach derzeit die Ausbildung zur Tätowiererin. Melanie Zach hat „Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets“ sowie „Internationale Entwicklung“ studiert. Außerdem hat sie eine Ausbildung zur psychosozialen Beraterin an der Sigmund Freud Privatuniversität abgeschlossen.

Kontakt:

Web: www.mehenna.at

E-Mail: info@mehenna.at

Tel.: 0664/1410910

Bilder: Flora Fellner Fotografie